Morton-Neuralgie
Die Morton-Neuralgie kann durch verschiedene Ursachen entstehen, die eine Verengung des Zehenzwischenraums und eine Nervenkompression bewirken.
In den meisten Fällen ist ein Fuß (85 %) und der dritte Zehenzwischenraum betroffen.
Frauen sind achtmal häufiger betroffen.
Ursachen der Morton-Neuralgie
Es gibt keine eindeutig einzelne Ursache. Mehrere Faktoren verengen den Zehenzwischenraum und führen dadurch zu Symptomen der Neuralgie:
- Wiederholte Verletzungen der Zehengrundgelenke
- Entzündung und Vergrößerung eines Schleimbeutels im Zehenzwischenraum
- Synovitis der Zehengrundgelenke infolge übermäßiger Belastung (Plattfuß, Sport)
- Seitliche Abweichung der Zehen durch enges, schmales Schuhwerk oder eine Vorfußfehlstellung, etwa eine Hammerzehe
- Mittelfußfraktur mit Veränderung der gegenseitigen Knochenstellung
- Verdickung und Lockerung der Bänder im Bereich der Zehengrundgelenke
Symptome der Morton-Neuralgie
Behandlung der Morton-Neuralgie
Je nach klinischer und bildgebender Beurteilung, einschließlich Ultraschall und MRT, wird die Behandlung in konservative und operative Verfahren unterteilt.
Die konservative Behandlung umfasst:
- Verzicht auf Sport oder Aktivitäten, die wiederholte Mikrotraumata verursachen
- Weiche, dämpfende Einlagen unter dem Vorfuß
- Bequemes Schuhwerk mit weitem Zehenbereich
- Örtliche physikalische Verfahren – Ultraschall, Lasertherapie und Iontophorese
- Eine lokale Steroidinjektion wirkt nur kurzfristig
- Lokale Injektion von 30%igem Ethylalkohol unter Ultraschallkontrolle
- Orale Medikamente wie Vitamin B6, nichtsteroidale Antirheumatika und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
Bei den meisten Patienten (60 %) treten die Beschwerden nach anfänglichem Abklingen erneut auf. Dann ist eine Operation angezeigt, bei der der vergrößerte Schleimbeutel, komprimierende Bänder und die Gelenkinnenhaut oder das Neurinom selbst entfernt werden.
Nach der Operation trägt der Patient zwei Wochen lang postoperative Schuhe. Danach kann er eigenes Schuhwerk tragen, das etwas weiter sein und eine flache Sohle haben muss. Sport und Schuhe mit Absatz sind drei Monate nach der Operation wieder möglich.
Rehabilitation nach einer Morton-Neurinom-Operation
Rehabilitation ist ein wichtiger Bestandteil der schnellen Genesung nach einer Morton-Neurinom-Operation. Damit sie wirksam ist, sollte sie auf folgenden Grundsätzen beruhen:
- Der Zustand des Patienten sollte beurteilt werden
- Für die postoperative Behandlung sollten individuelle Empfehlungen erstellt werden
- Die Therapie sollte an die Möglichkeiten des Patienten angepasst werden
Individuelle Übungen mit dem Patienten dienen dazu:
- die Propriozeption zu verbessern
- die neuromuskuläre Koordination zu verbessern
- Verringerung der Schwellung (Weichteilbehandlung, Lymphmassage, Kinesiotaping)
- das Gangbild und fehlerhafte Bewegungsgewohnheiten zu korrigieren
- Physiotherapie
Anästhesie
In der Fußchirurgie besteht seit jeher die große Herausforderung darin, einen schmerzfreien Eingriff zu ermöglichen und die postoperativen Schmerzen zu minimieren.
Allgemein herrscht die Vorstellung, dass der postoperative Verlauf nach Fußoperationen, insbesondere nach Hallux-Operationen, sehr schmerzhaft ist.
Für Eingriffe am Fuß stehen viele Anästhesieverfahren zur Verfügung.
Die moderne Anästhesiologie bemüht sich, wann immer möglich, Regionalanästhesieverfahren einzusetzen – von zentralen Blockaden wie Spinal- und Periduralanästhesie, allgemein als Lumbalanästhesie bezeichnet, bis zu ultraschallgesteuerten peripheren Nervenblockaden auf verschiedenen Ebenen, insbesondere bei der Operation eines Fußes.
Ob ein bestimmtes Anästhesieverfahren eingesetzt werden kann, hängt hauptsächlich vom Umfang der Operation und von möglichen Begleiterkrankungen ab.
Die endgültige Wahl des Anästhesieverfahrens wird mit dem Patienten im präoperativen Aufklärungsgespräch festgelegt.
Der Einsatz von Ultraschall in der Anästhesiologie zur Durchführung peripherer Nervenblockaden ermöglicht äußerst präzise Regionalanästhesien.
Unsere langjährige Erfahrung hat unser perioperatives Vorgehen sowohl bei der Anästhesie selbst als auch in der postoperativen Phase verändert.
Bei Fußoperationen bedeutet eine periphere Nervenanästhesie, die als Sprunggelenksblockade bezeichnet wird, die Injektion eines Lokalanästhetikums in die Umgebung der Nerven auf der geeigneten Höhe.
Diese Anästhesien sind sehr präzise, weil die für die Schmerzempfindung verantwortlichen Nerven im Ultraschall gut sichtbar sind und die Medikamentengabe vollständig kontrolliert wird.
Dadurch kann die Einnahme von Schmerzmitteln in der frühen postoperativen Phase deutlich reduziert oder sogar beendet werden.
Für viele Patienten besteht ein wesentlicher Vorteil darin, dass das Gefühl oberhalb des Knies im operierten Bein erhalten bleibt und vor allem eine Lumbalanästhesie vermieden wird, die nicht immer akzeptiert wird.
Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass sehr früh nach dem Eingriff mit dem Gehen begonnen werden kann.
In der postoperativen Phase ermöglicht die regelmäßige ultraschallgesteuerte Gabe von Schmerzmitteln in die Umgebung der für die Schmerzempfindung verantwortlichen Nerven den Patienten eine möglichst schmerzarme und angenehme Genesungszeit.

